Kategorie-Archiv: Orange

Eine Angst geht um in Europa; die braune Soße


Samstag um die Mittagszeit höre ich beim Kochen („brauner“ Nudelsoße) ein Interview mit einem Regisseur des Maxim Gorki Theaters auf Deutschlandradio Kultur. Es geht um die Angst ums eigene Leben und das Leben der türkischen und der türkischstämmigen Bürger, wenn sie ihre Meinung sagen und Stellung beziehen. Sie haben Angst vor ihrem selbstgewählten Präsidenten Erdogan.

Ich bin schockiert und betroffen, verstört, ich fühle mich hilflos. Das was derzeit in der Türkei passiert erinnert mich sehr stark – erinnert mich extrem stark- an die Gleichschaltung kurz nach der Machtergreifung Adolf Hitlers im Frühjar 1933.

Und was machen wir Menschen und Bürger in Europa? Schweigen? Schweigend den Kopf schütteln, wegsehen, schon wieder wegsehen?!

Wir müssen etwas sagen, Stellung beziehen, etwas machen. Ich denke wir müssen etwas tun. Wir müssen zeigen, was wir aus (unserer) deutschen Geschichte etwas gelernt haben!

Wir müssen alle Stellung Beziehen und etwas gehen die braune Soße tun, egal in welchem Land und in welchem Kontext sie sich bildet, entsteht und zeigt.

Orange für die Ukraine und die Ukrainer

Freitagmorgen, 21. Februar 2014 vor dem Aufstehen höre ich Radio unter anderem mehrere erschreckende Nachrichtenberichte über die Situation auf dem Maidan in Kiew und im Westen der Ukraine.

Vor der Ukrainischen Botschaft in Berlin stehen Blumen und Kerzen für die Toten auf dem Maidan, Bild vom 20. März 2014

Im Deutschlandradio Kultur brachten sie einen Beitrag über die Alternative Botschaft der Ukraine. Gegenüber der Ukrainischen Botschaft in Berlin im Foyer der Heinrich Böll Stiftung wird von einigen Ukrainern seit Ende November die Alternative Botschaft der Ukraine betrieben.

Ergänzung vom 22.3.2014: Inzwischen ist sehr viel passiert, die Krim gehört jetzt zu Russland, es ist kein Krieg ausgebrochen und ich hoffe, die Situation wird nicht weiter eskalieren.

Ich spreche mit vielen Kollegen und Freunden, nicht wenige davon sind selbst aus Russland oder der Ukraine und haben Freunde und Verwandte auf der Krim oder in der Westukraine. Viele teilen meine Sorgen.

Letztendlich sind wir alle Menschen, und ich denke wirklich die allermeisten Menschen wollen friedlich zusammenleben. Ich denke, es muss um die Menschen gehen und ich hoffe, dass sie sich gegen die Machtinteressen von großen übermächtigen Staaten, Staatenbünden, Einzelpersonen oder starken Lobbygruppen zusammentun und eine gesundes und tragfähiges Zusammenleben miteinander erreichen.

Ich wünsche mir keine Toten und kein Leid aufgrund einzelner Machtinteressen.

Ergänzung 25.3.2014: Aktuelle Berichte des Deutschlandfunk findet man hier.