Eine Angst geht um in Europa; die braune Soße


Samstag um die Mittagszeit höre ich beim Kochen („brauner“ Nudelsoße) ein Interview mit einem Regisseur des Maxim Gorki Theaters auf Deutschlandradio Kultur. Es geht um die Angst ums eigene Leben und das Leben der türkischen und der türkischstämmigen Bürger, wenn sie ihre Meinung sagen und Stellung beziehen. Sie haben Angst vor ihrem selbstgewählten Präsidenten Erdogan.

Ich bin schockiert und betroffen, verstört, ich fühle mich hilflos. Das was derzeit in der Türkei passiert erinnert mich sehr stark – erinnert mich extrem stark- an die Gleichschaltung kurz nach der Machtergreifung Adolf Hitlers im Frühjar 1933.

Und was machen wir Menschen und Bürger in Europa? Schweigen? Schweigend den Kopf schütteln, wegsehen, schon wieder wegsehen?!

Wir müssen etwas sagen, Stellung beziehen, etwas machen. Ich denke wir müssen etwas tun. Wir müssen zeigen, was wir aus (unserer) deutschen Geschichte etwas gelernt haben!

Wir müssen alle Stellung Beziehen und etwas gehen die braune Soße tun, egal in welchem Land und in welchem Kontext sie sich bildet, entsteht und zeigt.

2 Gedanken zu „Eine Angst geht um in Europa; die braune Soße

  1. Romy

    Ideen dazu sind willkommen. Ich habe keine Ahnung – so wie die meisten Menschen, denen das auch nicht gefällt – wie man helfen soll…. und es dann auch was bewirkt.

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  2. ludger Artikelautor

    Liebe Romy, danke für deinen Kommentar! Er hat mich in der letzten Zeit oft in meinen Gedanken begleitet.
    Was können wir tun? Das ist in der Tat schwer. Vor allem, wenn sich bei vielen ein Gefühl der Hilf- und Machtlosigkeit einstellt und das auch in der sogenanten Mittelschicht in der ich mich und viele meiner Bekannten, Freunde und Kollegen „bewegen“:

    „Wir können ja eh nichts tun. Die Politik tut nichts, ich und wir können die Welt nicht ändern. “
    Ich denke jeder muß für sich selbst herausfinden, wie er/sie Verantwortung übernehmen kann und wie er/sie immer wirkungsvoll(er) werden kann.

    Ich denke, es sollte in den eigenen Kreisen starten. Den Meetups und Freizeitgruppen, noch eher in der Familie und mit den eigenen Freunden. Ich würde zu allererst dafür plädieren, über unsere Gefühle, auch das Gefühl der Angst und der Hilflosigkeit zu sprechen. Was denken die Anderen, was kann man selbst, was können wir gemeinsam tun?

    „Allein ist man schwach, zusammen schon stärker!“, „Geteiltes Leid, ist halbes Leid und geteilte Freude ist doppelte Freunde“. „Geteile Stärke, ist doppelte Stärke.“ Ich denke, wir sollten uns vernetzen. Verbündete suchen und gemeinsam anfangen etwas zu bewegen und uns engagieren, wo auch immer.

    Die Angst, denke ich, die lähmt uns. Sie wird bewusst genutzt und auch geschürt in der Welt. Sie wird zur Unterdrückung gezielt eingesetzt.

    Bevor ich zum Beispiel bei meinem Blogbeitrag „Speichern und Veröffentlichen“ gedrückt habe, hatte ich das Gefühl der Angst, was wird bzw. was könnte mir (und meiner kleinen Familie!) passieren? Was wird geschehen, wenn ich mal wieder nach Istanbul oder die Türkei Einreise. Und dann habe ich diesen Punkt überwunden und den Artikel veröffentlicht. Die Angst lähmt mich damit jetzt weniger. Und was habe ich bewirkt? Wir beide Tauschen uns darüber aus. Die Kommunikation und das Teilen beginnt. Es bewegt sich etwas.

    Ich wünsche dir viel Kraft, Erfolg und Spaß beim Bewegen.

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